Neben dem allgemeinen Kündigungsschutz gibt es für bestimmte Arbeitnehmergruppen auch besondere Kündigungsschutzbestimmungen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf: Der häufigste betriebliche Kündigungsgrund ist die dauerhafte Streichung einer bestimmten Stelle, insbesondere nach der Schließung eines Unternehmens oder eines Unternehmensteils, Ökonomisierung oder Rationalisierung. Die Gründe für die Streichung einer Stelle unterliegen nur einer begrenzten gerichtlichen Kontrolle. Auch Entscheidungen, die wirtschaftlich nicht vernünftig sind, müssen gerichtlich akzeptiert werden. Die gerichtliche Überprüfung wird sich hauptsächlich auf die Frage beschränken, ob ein Arbeitsplatzverlust eingetreten ist, der die Beschäftigung obsolet gemacht hat. Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass die mit dem Arbeitsplatz verbundenen Pflichten und Verantwortlichkeiten entweder dauerhaft aufgehoben werden oder dass diese Aufgaben von anderen Arbeitnehmern innerhalb ihrer regulären Arbeitszeit erledigt werden. Eine Betriebsentlassung erfordert, dass es innerhalb des Unternehmens keine weiteren freien Stellen für den Mitarbeiter gibt. Auch Stellen mit niedrigeren Löhnen oder Jobs, die eine längere Berufliche Anpassungszeit in Anspruch nehmen, müssen dem Arbeitnehmer vor einer Entlassung angeboten werden. Alle Stellen innerhalb des Unternehmens sind zu berücksichtigen, die entweder zum Zeitpunkt der Kündigung unbesetzt sind oder innerhalb der Kündigungsfrist oder sogar kurz danach unbesetzt werden. Die alternative Position muss vor der Kündigung angeboten werden. Lehnt der Arbeitnehmer ab, kann es sogar notwendig sein, die Kündigung mit einem wiederholten alternativen Stellenangebot mit einem “Änderungskündigungsangebot” (Entlassung mit der Möglichkeit geänderter Beschäftigungsbedingungen) zu kombinieren. Als nächstes ist eine soziale Auswahl (Sozialauswahl) erforderlich. Ziel ist es, Arbeitnehmer zu schützen, die seltener eine neue Beschäftigung finden oder die soziale Verpflichtungen zu erfüllen haben. Nicht der Mitarbeiter, der den ausgeschiedenen Arbeitsplatz innehatte, kann automatisch entlassen werden; stattdessen müssen alle Arbeitnehmer, die miteinander vergleichbar sind (Personen mit ähnlichen Arbeitsverträgen und Pflichten, die in der Lage sind, nach einer Ausbildung den Beruf des jeweils anderen zu übernehmen) untersucht werden, um festzustellen, wer den geringsten sozialen Schutz verdient.

Kriterien für die soziale Auswahl sind: Eine Entlassung aus betrieblichen Gründen spielt eine zentrale Rolle bei der Beendigung von Arbeitsverhältnissen. Im Gegensatz zu verhaltensbedingten Kündigungen oder Entlassungen aus persönlichen Gründen liegen die Kündigungsgründe nicht in der Kontrolle des Arbeitnehmers, sondern beruhen auf einer strukturellen unternehmerischen Entscheidung des Arbeitgebers. Bei einer Entlassung aus betrieblichen Gründen kann der Arbeitgeber die Anzahl der Mitarbeiter im Interesse der Rentabilität an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen.